US-Verbrauchervertrauen erholt sich. Öffnen sich auch die Geldbörsen?
Die US-Verbraucher blicken weniger düster auf die Wirtschaft, planen aber nicht automatisch mehr Käufe. The Conference Board meldete am 27. Oktober einen Anstieg des Vertrauensindex um 7,5 Punkte von revidierten 84,2 auf 91,7. Gleichzeitig schwächten sich die Pläne für langlebige Güter und Dienstleistungen überwiegend ab.
Zwei Werte hinter der Schlagzeile
Der Lageindex stieg um 8,6 Punkte auf 120,4, der Erwartungsindex um 6,9 auf 72,6. Der erste bewertet heutige Geschäfts- und Arbeitsmarktbedingungen, der zweite die Aussichten für Einkommen, Wirtschaft und Arbeit. Die Erwartungen machten drei vorherige Rückgänge nur teilweise wett.
Die Septemberwerte 111,8 und 65,7 sind aus 120,4−8,6 und 72,6−6,9 berechnet. Der Gesamtindex hat die Basis 1985=100. Ein Wert von 91,7 bedeutet nicht, dass 91,7% optimistisch sind. Sinnvoll ist der Vergleich innerhalb einer Reihe, nicht die Umdeutung in Bevölkerungsanteile.

Mehr Menschen sehen reichlich Stellen
Der Anteil mit der Antwort „reichlich Stellen“ stieg von 24,3% auf 26,7%; „schwer zu finden“ blieb bei 21,4%. Die Differenz wuchs von 2,9 auf 5,3 Prozentpunkte, also um 2,4 Punkte. Das zeigt eine bessere Einschätzung der aktuellen Lage.

Für die Zukunft erwarteten 15,2% mehr und 26,3% weniger Stellen. Beim Einkommen rechneten 18,7% mit einem Anstieg und 12,0% mit einem Rückgang. Ein Haushalt kann auf das eigene Einkommen hoffen und dem allgemeinen Arbeitsmarkt skeptisch gegenüberstehen.
Erleichterung kauft noch kein neues Smartphone
Pläne für Elektronik und überwiegend auch Dienstleistungen gingen zurück. Auto- und Hauskaufpläne sanken im gleitenden Sechsmonatsmittel leicht. Urlaubspläne fielen von revidierten 44,2% auf 43,3%. Kino, Live-Unterhaltung und Sportveranstaltungen gehörten zu den Ausnahmen bei Dienstleistungen.
Unsere Interpretation: Hohe Lebenshaltungskosten können große Käufe verzögern, auch wenn das Wirtschaftsbild heller wird. Der Herausgeber verweist ebenfalls auf Kaufkraftverluste durch hohe Preise und Inflation. Die Umfrage erfasst Absichten, keine bereits bezahlten Einzelhandelsumsätze.
Folgen die Käufe der Stimmung?
Die vorläufige Befragung lief vom 1. bis 21. Oktober. Sie bildet nicht jedes Ereignis unmittelbar vor dem Veröffentlichungstag ab. Weniger Pessimismus kann Käufen vorausgehen. Künftige Einzelhandels- und Konsumdaten zeigen, ob sich diese Lücke schließt.
Interessant ist das Nebeneinander von besseren aktuellen Joburteilen, Vorsicht beim künftigen Arbeitsmarkt und schwächeren großen Kaufplänen. Wo Menschen erleichtert sind und wo sie zögern, sagt mehr als eine einzige Richtung. Dies ist Wirtschaftsinformation, keine persönliche Anlageberatung.