US-BIP wächst um 3,4 %: Warum mehr Computerimporte dazu passen
Die US-Wirtschaft wuchs im dritten Quartal mit einer Jahresrate von 3,4 %, nach 2,2 % in Q2. Das meldete BEA am 29. Oktober. Computer und Investitionsgüter erscheinen sowohl bei Investitionen als auch bei den vom BIP abgezogenen Importen. Wie passt das zusammen?
3,4 % sind eine Jahresrate, kein Dreimonatszuwachs
Es handelt sich um das reale, saisonbereinigte BIP gegenüber dem Vorquartal auf Jahresbasis. BEA nennt auch einen Quartalszuwachs von 0,8 %. Die 3,4 % schreiben das Tempo rechnerisch über vier Quartale fort; sie sind nicht der tatsächliche Zuwachs dieser drei Monate.
Von 2,2 % auf 3,4 % sind es 1,2 Prozentpunkte. Die Beschleunigung erklärt BEA vor allem mit Investitionen und wieder steigenden Staatsausgaben, teilweise gebremst durch sinkende Exporte. Auch die Importe wuchsen stärker. Das Diagramm vergleicht dieselbe annualisierte Messgröße.

Computer kaufen und inländische Produktion messen
Informationsverarbeitungsgeräte, besonders Computer und Peripherie, führten den Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen an. BEA verweist unter anderem auf Handelsdaten und vorläufige Septemberindikatoren. Bei Importen dominierten Investitionsgüter ohne Kraftfahrzeuge. Daraus folgt nicht, dass alle Computerkäufe KI-Rechenzentren betrafen.
Das BIP misst inländische Wertschöpfung. Ein vereinfachtes Beispiel: Der Kauf ausländischer Ausrüstung für 100 erhöht Investitionen um 100 und den Importabzug um 100. Ausländische Produktion bleibt so außerhalb des BIP. Vertrieb und Installation können zusätzliche inländische Werte schaffen. Mehr Importe bedeuten daher nicht automatisch schwächere Nachfrage.
Vorräte sind noch keine Käufe der Endkunden
Private Vorratsinvestitionen trugen ebenfalls bei, insbesondere Großhandel und verarbeitendes Gewerbe mit nichtdauerhaften Gütern. Gemessen wird die Veränderung der Vorräte im Zeitraum, nicht ihr gesamter Bestand. Waren im Lager und Verkäufe an Endkunden erzählen unterschiedliche Geschichten.
Reale Endverkäufe an private inländische Käufer umfassen Konsum und private Bruttoanlageinvestitionen, ohne Vorräte, Nettoexporte und Staat. Sie stiegen annualisiert um 4,9 % nach 4,6 %. Die Kennzahl zeigt neben dem BIP, warum Vorräte allein das Wachstum nicht erklären.
Schnelleres Wachstum, langsamere Quartalsinflation
Der PCE-Preisindex stieg annualisiert um 2,1 % nach 5,0 %, ohne Lebensmittel und Energie um 2,5 % nach 3,3 %. PCE* bezeichnet im Diagramm den Ausschluss dieser Gruppen. Diese Quartalsraten sind nicht mit Vorjahresraten des monatlichen Septemberberichts gleichzusetzen.

Die Veröffentlichung verbindet stärkeres Wachstum mit langsamerem Preisauftrieb im Quartal. Die nächste Schätzung folgt am 25. November. Ausrüstungen, Vorratsstruktur und Endnachfrage bleiben neben der Hauptzahl interessant. Dieser Artikel bietet Wirtschaftsinformationen, keine persönliche Anlageberatung.